Kontrovers vor Ort – Veranstaltungsreihe im Herbst 2026
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kontrovers vor Ort“ finden im Herbst 2026 die folgenden beiden Veranstaltungen statt:

Braucht die Demokratie noch Parteien? – Zwischen Politikverdrossenheit und neuer Beteiligungskultur
Vortrag und Diskussion mit JProf. Dr. Theres Matthieß
06.10.2026 um 19 Uhr im Neobarocken Postgebäude, Poststraße 24 in 08393 Meerane
Parteien galten lange als unverzichtbare Stützpfeiler der Demokratie, denn Ihnen kommt schon nach dem Grundgesetz eine zentrale Rolle in den Prozessen und Entscheidungen unserer Demokratie zu − doch ihr Ansehen schwindet. Zu elitär, zu undurchsichtig, zu machtfixiert? Viele Menschen fühlen sich von klassischen Parteien und ihren Strukturen nicht mehr vertreten. Aber: Was sind Parteien eigentlich? Welche Funktionen erfüllen sie – und wo liegen ihre Schwächen? In der Veranstaltung werfen wir einen Blick auf Geschichte, Aufgaben und Kritik an Parteien. Wir fragen, ob es Alternativen oder Reformen gibt und diskutieren neue Wege politischer Beteiligung. Ziel ist ein offener Austausch: Wie wollen wir Demokratie in Zukunft gestalten?
Prof. Dr. Theres Matthieß (geb. 1988 in Dresden) ist Juniorprofessorin für Empirische Demokratieforschung an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie hat 2020 an der Humboldt-Universität zu Berlin zur Bedeutung von Wahlversprechen promoviert. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der vergleichenden Politikwissenschaft, Parteienwettbewerb und Wahlverhalten. Sie ist unter anderem Leiterin eines Projekts zur Umsetzung von Koalitionsverträgen in Deutschland und eines deutsch-französischen Forschungsprojekts zur Repräsentation von sozialen Gruppen. Mehr Information zu Theres Matthieß: https://www.theres-matthiess.de/

Wie klingt die Freiheit?
Ein politischer Lieder- und Vortragsabend mit Dr. Christoph Meißelbach und Christoph Schlosser
23.10.2026 um 19 Uhr in der Galerie ART-IN „Kunsthaus“, Markt 1 in 08393 Meerane
Ist Freiheit ein Garant für gute Kunst und Musik? Oder ist es gerade der Widerstand gegen die Unfreiheit, der die stärksten Lieder hervorbringt? Klar ist jedenfalls: Unter den Bedingungen von Zensur und Willkürherrschaft sind der Kunst viele Beschränkungen auferlegt – zumindest, wenn sie sich nicht auf das Bejubeln der Herrschenden begrenzen will. In offenen Gesellschaften gibt es hingegen unzählige Spielräume, in denen sich Kunst und Kultur frei entfalten können. Doch auch dort ist Kunst nicht ohne Widerstände: Sie muss sich gegen Marktzwänge behaupten und den gesellschaftlichen Zeitgeist treffen, wenn sie wahrgenommen werden will.
An diesem Abend begeben wir uns auf musikalische Spurensuche nach dem Sound der Freiheit. Der Politikwissenschaftler und Sänger Dr. Christoph Meißelbach beleuchtet gemeinsam mit Christoph Schlosser an der Gitarre das spannungsreiche Verhältnis von Politik und Musik in einem dynamischen Wechsel aus Live-Musik, Kurzvorträgen und Gesprächen. Nicht nur ein Konzert und auch keine trockene Vorlesung – sondern ein Dialog zwischen Saite und Sachverstand.
Wir reisen aus der Gegenwart zurück in die DDR, blicken von dort in die Düsternis der Nazizeit und halten auf dem Rückweg inne bei der friedlichen Revolution. Ein Abend zwischen Emotion und Analyse, zwischen Demokratie und Diktatur – und zwischen dem bitteren Ernst der Geschichte und der augenzwinkernden Frage, ob denn nun David Hasselhoff oder die Scorpions die Mauer niedergesungen haben.
Kommen Sie mit uns ins Gespräch: Über die Musik, die uns befreit, und über die Freiheit, die wir auch heute immer wieder neu aushandeln müssen.


