Erinnern. Verstehen. Weiterdenken. – Stolpersteine putzen und Lesung „Die Shoah und die DDR“

Am 9. November 2026 lädt die Partnerschaft für Demokratie Meerane zu einem Abend ein, der aktives Erinnern mit historischer Auseinandersetzung verbindet. Gemeinsam wollen wir Geschichte sichtbar machen, unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerungskultur kennenlernen und darüber sprechen, welche Verantwortung sich daraus für unsere Gegenwart ergibt.

Gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen setzen

Der Abend beginnt um 18:30 Uhr am Wilhelm-Wunderlich-Platz in Meerane. Gemeinsam werden dort die Stolpersteine gereinigt, die an Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.

Die kleinen Gedenksteine im Straßenpflaster machen die Schicksale der Opfer im Alltag sichtbar. Mit dem gemeinsamen Putzen wollen wir die Erinnerung wachhalten und ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und das Vergessen setzen.

Wie erinnerte die DDR an die Shoah?

Im Anschluss, um 19:00 Uhr, findet im Kunsthaus Meerane (Markt 1, 2. Etage) eine Lesung mit dem Historiker Dr. Alexander Walther statt. Er stellt sein Buch „Die Shoah und die DDR – Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus“vor.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Platz die Erinnerung an die nationalsozialistische Judenverfolgung in der DDR hatte. Welche Rolle spielte der staatliche Antifaschismus? Welche Erfahrungen machten jüdische Menschen? Und welche Möglichkeiten gab es, Erinnerung jenseits der offiziellen Geschichtspolitik zu gestalten?

Die Lesung eröffnet einen differenzierten Blick auf ein Kapitel deutscher Erinnerungsgeschichte, das bis heute Fragen aufwirft. Im anschließenden Gespräch besteht Gelegenheit, eigene Fragen einzubringen und gemeinsam weiterzudenken.

Erinnern heißt auch, Verantwortung zu übernehmen

Der 9. November ist ein Datum von besonderer Bedeutung in der deutschen Geschichte. Mit den Novemberpogromen 1938 steht er auch für die systematische Gewalt gegen jüdische Menschen und den Beginn einer neuen Eskalationsstufe der nationalsozialistischen Verfolgung.

Gerade deshalb möchten wir an diesem Tag nicht nur zurückblicken. Wir wollen auch fragen, was historische Erinnerung für unser heutiges Zusammenleben bedeutet und wie wir Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung entschieden entgegentreten können.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Veranstaltung im Überblick

Montag, 9. November 2026

  • 18:30 Uhr: Gemeinsames Stolpersteineputzen, Wilhelm-Wunderlich-Platz, Meerane
  • 19:00 Uhr: Lesung und Gespräch mit Dr. Alexander Walther, Kunsthaus Meerane, Markt 1, 2. Etage
Instagram
Zum Inhalt springen