Ein Abend voller Zuhören, Mut und echter Begegnung – demoSlam im Jugendclub Beverly Hill’s
Am Sonntagabend, dem 23. November 2025, wurde der Jugendclub Beverly Hill’s e.V. zu einem Ort des offenen Austauschs. Beim demoSlam kamen erneut Menschen zusammen, um zuzuhören, mitzudenken und unterschiedliche Perspektiven auszuhalten – ruhig, respektvoll und auf Augenhöhe.
Zwei Slam-Paare standen auf der Bühne und widmeten sich Themen, die berühren und herausfordern. Ein Paar setzte sich mit Patriotismus auseinander und spannte dabei den Bogen von der Verbundenheit zur eigenen Region über nationale Identität bis hin zu einem europäischen Selbstverständnis. Sie stellten die Frage, warum es vielen von uns schwerfällt, entspannt eine Deutschlandfahne zu schwenken, während regionale oder europäische Zugehörigkeit oft ganz selbstverständlich gezeigt wird.
Das zweite Paar nahm das Publikum mit in eine intensive Auseinandersetzung zum Thema aktive Sterbehilfe. Aus zwei sehr unterschiedlichen, persönlich geprägten Perspektiven – einer erkrankten Person in einer vermeintlich ausweglosen Situation und eines rechtlichen Betreuers – wurde deutlich, wie komplex und vielschichtig dieses Thema ist. Gerade die gegensätzlichen Sichtweisen machten den Slam eindrücklich und regten zum Nachdenken an.
Im Publikum saßen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe: politisch Engagierte ebenso wie Familien, die gemeinsam gekommen waren. Diese Mischung prägte den Abend spürbar. Trotz der schweren Themen war die Stimmung offen, vertraut und ruhig. Viele hatten das Gefühl, etwas sagen zu können – oder einfach nur zuhören zu dürfen.
Ein Zitat aus dem Publikum beschreibt diesen Eindruck sehr treffend:
„Ich bin froh, dass ich mich zum Sonntagabend noch einmal nach draußen getraut habe. Das Format ist toll. Da musste ich erst so alt werden, um zu erleben, dass sich fremde Menschen einfach so auf diese Art austauschen.“
Uns war wichtig, vor allem die Bilder dieses Abends nicht vorzuenthalten – sie zeigen konzentrierte Gesichter, echtes Interesse und eine Nähe, die entsteht, wenn Menschen sich wirklich begegnen.
Besonders bewegend war auch die Rückmeldung einer Slammerin, die selbst bereits beim demoSlam in Meerane auf der Bühne stand:
„Ich durfte selbst als Slammerin in Meerane teilnehmen und bin seither erfüllt von Dankbarkeit. Dieses Format schafft etwas, das ich für unfassbar wichtig halte: einen Raum, in dem echte Begegnung möglich wird, in dem wir einander zuhören, ohne sofort urteilen zu müssen und in dem unterschiedliche Perspektiven nicht spalten, sondern bereichern.
Die Fürsorge und Wertschätzung aller Verantwortlichen haben mich tief beeindruckt. Der Slogan ‚verstehen, ohne einverstanden zu sein‘ ist für mich zum Alltagshelfer geworden. Er erinnert mich daran, dass Demokratie nicht nur in politischen Debatten stattfindet, sondern in jedem Gespräch, in jeder Haltung und in jedem Versuch, einander wirklich zuzuhören.
Der demoSlam zeigt für mich auf wundervolle Weise, was Demokratie ausmacht: Mut, Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen – auch wenn wir unterschiedliche Wege dorthin sehen.
Ich wünsche mir, dass dieses Format durch viele Teilnehmende stetig wächst. Also habt Mut, macht mit und traut euch. Es lohnt sich. Für euch selbst. Für uns alle. Immer!“
Der Leitsatz „verstehen, ohne einverstanden zu sein“ war an diesem Abend nicht nur ein Motto, sondern spürbare Praxis.
Der nächste demoSlam findet am 29.03.2026 im Clubkino Glauchau statt. Wir freuen uns auf neue Stimmen, neue Perspektiven und viele weitere Abende, an denen Demokratie als gelebte Erfahrung erfahrbar wird.
